Abschlussarbeit

Auditive selektive Aufmerksamkeit bei Kindern im Grundschulalter

Steckbrief

Eckdaten

Professur:
MEDAK
Status:
abgeschlossen
Forschungsgebiet:
Auditorische Szenenanalyse,
Lärmforschung

Betreuer

Masterarbeit von Eben, Charlotte

Die vorliegende Studie untersuchte intentionale auditive Aufmerksamkeitswechsel und Inhibitionsprozesse bei Kindern im Grundschulalter. Hierfür wurde ein neues Paradigma entwickelt. In einer virtuellen akustischen Szene, die binaural präsentiert wurde, gab es vier mögliche Schallquellenpositionen für die Darbietung von Ziel- und Distraktorreiz und vier zur Darbietung von Hintergrundrauschen. Eine Frauenstimme und eine Kinderstimme sprachen verschiedene Tiernamen und ein visueller Hinweisreiz gab an, auf welche mögliche Schallquellenposition geachtet werden sollte. Die Zielreizposition konnte sich entweder von einem Durchgang zum nächsten wiederholen oder wechseln. Die Probanden gaben per Tastendruck an, ob das genannte Tier fliegen oder nicht fliegen kann. Blöcke mit einer Hintergrundrauschen-Bedingung und Blöcke ohne Hintergrundrauschen abwechselnd dargeboten. Getestet wurden 24 Kinder und 24 junge Erwachsene, wobei sieben Kinder von der Datenanalyse ausgeschlossen wurden, da die Datensätze zu viele Fehler aufwiesen. Aus diesem Grund wurden Probleme einer zu geringen Teststärke diskutiert. Wir konnten generelle Leistungsunterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen zeigen, sowie Wechselkosten und Kongruenzeffekte. Diese Effekte zeigen, dass es sich bei diesem Paradigma um ein angemessenes Paradigma handelt, um auditive selektive Aufmerksamkeit bei Kindern zu untersuchen. Die wichtigste Beobachtung waren Verschlechterungen in den Leistungen bei Kindern und Erwachsenen durch die Darbietung eines Hintergrundrauschens. Dieser Effekte zeigte sich verstärkt bei Kindern, was verdeutlicht, dass Kinder kognitiv und emotional sehr gestört werden, durch Lärm. In diesem Zusammenhang wurden raumakustische Implikationen für Schulen diskutiert.