Abschlussarbeit

Leistung des Kurzzeitgedächtnisses unter dem Einfluss (a)synchroner audiovisueller Sprachstimuli

Steckbrief

Eckdaten

Professur:
HTA
Status:
abgeschlossen
Art der Arbeit:
Bachelor

Betreuer

Bachelorarbeit von Ignacio Merten

Heutzutage werden immer öfter Gespräche über technische Hilfsmittel, wie Computer oder Handy, geführt. In der Technik kann es zu Verbindungs- oder Verarbeitungsprobleme kommen, die zu Störungen bei der Wiedergabe führen. Dadurch werden beispielsweise Audio- und Videosignal zeitversetzt, was auffällig und störend sein kann. Da insbesondere beim Sprachverständnis das Kurzzeitgedächtnis gebraucht wird, um aus dem Gesagten Informationen zu entnehmen, ist die Frage, inwiefern diese unbemerkbaren und bemerkbaren Zeitversätze einen Einfluss auf das Kurzzeitgedächtnis haben. Um dieses zu beantworten, wurde eine serielle Wiedergabe entworfen, um die Effekte der Verzögerungen auf das Kurzzeitgedächtnis zu untersuchen. In dieser Aufgabe werden den Teilnehmenden Elemente präsentiert, die sie anschließend in derselben Reihenfolge angeben müssen.
Die akustischen Stimuli waren die gesprochene Zahlen und die visuellen Stimuli waren die Lippenbewegungen bei der Aussprache. Neben Konditionen in denen die akustischen und visuellen Stimuli einzeln präsentiert wurden, gab es audiovisuelle Konditionen in denen die Stimuli mit bis zu 400 ms gegeneinander verzögert waren. Einerseits wurde kein signifikanter Effekt der Verzögerungen in der Leistung des Kurzzeitgedächtnisses beobachtet. Anderseits wurde beobachtet, dass die Teilnehmenden bei der visuellen Kondition eine signifikant schlechtere Leistung zeigten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lippenbewegungen nicht gut gelesen werden konnten.
Weiterhin könnte dies bewirkt haben, dass die Verzögerungen zwar bemerkbarwaren, aber durch die Ungenauigkeit beim Lippenlesen nicht irritierend waren. Andererseits könnten die Teilnehmenden mit mehr Anstrengung vergleichbare Ergebnisse erzielt haben.